1,2 Mio. $ Speaker-Honorare für Edward Snowden!?

19. August 2020

Edward Snowden, der frühere Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) in den USA, der im Rahmen seiner Aufgaben dort Unmengen an geheimen Dokumenten der Öffentlichkeit zugespielt hat, wusste prinzipiell, was ihn danach erwartet.

Er wusste vermutlich nicht im Detail, was er danach verdienen kann – sicher mehr als bei der NSA. Denn als weltweit bekannte, von vielen gehasste und von noch mehr verehrte Persönlichkeit wurde er gefragt. Es entstanden Presseveröffentlichungen, Bücher, Filme – und als logische Konsequenz: Anfragen aus meiner Berufswelt, der Referentenvermittlung und dem Speaking. Doch Edward Snowden gab es seit Beginn seines Exils nur „digital“. Er war sozusagen einer der Vorreiter des jetzigen „Remote Speaking“, der hybriden Veranstaltungsformate – weil es gar nicht anders ging.

Doch nun hat der Whistleblower erneut unerwartete Aufmerksamkeit bekommen: Vermutlich getriggert durch die Andeutung, dass Präsident Donald Trump darüber nachdenken könnte, ihn zu begnadigen. Das sieht Donald Trump gar nicht ähnlich, einen „Vaterlands-Verräter“ zu begnadigen, auch wenn Mr. President mit den Geheimdiensten so seine eigene Beziehung hat. Aber Edward Snowden ging doch gegen „sein Great America“ vor. Das geht eigentlich gar nicht.

Doch Donald Trump und seine Berater denken wohl über das geringere Übel nach: Edward Snowden weiter im Exil zu lassen wird ihm noch einige Zeit Publicity und Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und auch weiter gut bezahlte Speaker-Aufträge, dessen Honorare er aber bitte doch zurückzahlen soll (wenn er begnadigt werden soll?). Mutmaßt The Guardian, die unter anderem die „geleakten“ Honorarinformationen der renommierten Celebrity-Speaker-Agentur APB von Robert P. Walker veröffentlich haben.

Darin sind zahlreiche Speaker-Vermittlungen von Edward Snowden aus den Jahren 2015 bis 2019 enthalten, inklusive der Auftraggeber und Honorarsummen. Letztere reichen von 3.000 $ bis 50.000 $ je „Auftritt“. Und es könnten ausserhalb des Veröffentlichten noch mehr gewesen sein. Durchschnittlich sind es offenbar rund 19.000 $ pro „Erscheinen“ auf einem Veranstaltungs-Bildschirm.

Wir, meine Agentur experts4events, wissen aus über 20 Jahren globaler Speakervermittlung und dem Aufbau des international vernetzten Deutschen Rednerverbandes (GSA e.V.), dass das für einen „Experten“ mit weltweiter Bekanntheit eher am unteren Ende der Honorarspanne liegt, aber für einen Speaker im Exil eine ganz gute Einnahmequelle darstellt – nur aus Speaking. Interessant ist auch, dass unter den Kunden viele amerikanische Colleges und Universitäten sind, die Honorare im fünfstelligen Bereich für einen Edward Snowden ausgeben: Das läuft dann vermutlich im Rahmen eines „Forschungs“budgets.

Man kann festhalten: Edward Snowden ist mindestens aus Buch, Film und Speaking  „stink“reich geworden. Ein Multimillionär, auch wenn von den Speaker-Honoraren natürlich ein guter Anteil für die vermittelnde Agentur weggeht. Da Edward Snowden aber vermutlich wenig kostspielige Urlaubsreisen machen kann und auch sonst im Ausgabenverhalten eingeschränkt sein dürfte, wird es zum Überleben in Rußland reichen.

Ob allerdings Wladimir Putin den „Verräter aus den USA“, der immer wieder gegen die USA-Geheimdienstpraktiken stichelt, gerne hergibt, wage ich zu bezweifeln. Lenkt er doch so schön von den russischen Geheimdienstpraktiken ab.

Zusammenfassend: Erfolgreicher Speaker zu werden und sich schnell erfolgreich zu positionieren funktioniert über verschiedenste Wege.

1. Etwas großartiges Positives leisten und dann darüber sprechen nach dem Konzept: I talk my walk. Das ist der edelste Weg.

2. Etwas mit großer Öffentlichkeitswirkung zu werden, zum Beispiel Top Politiker. Sich die Bekanntheit über die Steuerzahler finanzieren lassen, dabei ein gutes Gehalt zu kassieren und nach dem Amt neben der Politikerpension hoch bezahlte Vorträge halten: Das ist kein verbotener Weg.

3. Oder etwas Verbotenes tun und danach mit Abstand über die Schattenseiten, denen man entkommen ist, als Geläuterter zu sprechen: Das ist ein skurriler Weg, der aber für so viele Menschen offenbar so unendlich interessant zu sein scheint.

Auch wenn einige Snowden einen Patrioten nennen und seinen Geheimnisverrat als Heldentat darstellen. Seine hohen Honorare, die Veranstalter zahlen, speisen sich vor allem aus seiner Bekanntheit und Zugkraft auf Zielgruppen. Die wahre, die echte Expertenpositionierung ist für mich immer noch der 1. Weg über die beeindruckende positive Leistung. Denn das kann und sollte ich als Zuhörer ganz oder in Teilen als positives Beispiel nachahmen. Immerhin kann Snowden zum Nachdenken anregen – das geht allerdings auch günstiger.

Ihr

Siegfried Haider
DER Marken-Positionierer – attract your clients
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Gründer und Ehrenpräsident Deutscher Rednerverband GSA e.V.

Speaker – Trainer – Coach – Berater – Autor
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