Ausverkauft!-Tipp 40: Innovationen, die daneben gehen, sind Chancen!

19. Juni 2015

TIPP AUS DEM BUCH „AUSVERKAUFT!“:

Mit Widmung zu bestellen unter www.ausverkauft-dasbuch.de

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Neue Ideen aus Innovationsprozessen scheitern natürlich auch mal. Wir alle haben es schon erlebt, dass wir fest überzeugt waren, eine grenzgeniale Idee aus Anbietersicht gefunden zu haben, die „sicher“ funktioniert. Und dann passierte wenig bis hin zum völligen Reinfall. Die Gründe können vielfältig sein: Firmen erfinden etwas durch die eigene Brille, was dann keiner will. Oder so aufwändig, dass es sich nicht finanzieren lässt. Oder die Entscheider geben zu früh auf. Manchmal halten wir dann auch zu lange an schlechten Ideen fest. Oder Entscheider denken zu klein und machen sich zögerlich an die Umsetzung. Möglicherweise ist die Innovation auch zu kompliziert; Kunden sind intelligent, suchen aber das Einfache. Oder, oder, oder. Doch wie auch immer: Ein Scheitern darf niemals Grund dafür sein, im Innovationsprozess ins Stocken zu geraten, im Gegenteil. Hier ein schönes Beispiel:

Bionade, das „biologische Erfrischungsgetränk mit Calcium & Magnesium, nach Originalrezept hergestellt durch Fermentation natürlicher Rohstoffe“ war eine Erfolgsgeschichte und eine DER Innovationen Mitte der letzten Dekade in der Getränkebranche. Doch nicht von Anfang an. Dieter Leipold, einer der Eigentümer der privaten Brauerei, hatte 1985 bereits die Idee zu diesem alkoholfreien Getränk, da die Brauerei im Biermarkt nicht so erfolgreich war und regelmäßig die Insolvenz drohte. Bis zur Markteinführung dauerte es dann aber doch gut zehn Jahre.

Die Idee war ein alkoholfreies Getränk, das es so noch nicht gab: eine gesunde Limonade ohne Chemie, nach Reinheitsgebot gebraut. Ein ökologisch korrekter Gegenentwurf zu Cola & Co. Was für eine Innovationsaufgabe, denn Limonade zu brauen war eigentlich ein Widerspruch in sich, da der enthaltene Zucker ja wieder zu Alkohol vergären würde. Nach vielen Jahren des Experimentierens bis an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit und darüber hinaus gelang der Durchbruch: Dank der Honigproduktion der Biene, denn das ist die einzige Ausnahme in der Natur, bei der Zucker zu Gluconsäure vergärt. Doch von der Inspiration und Idee bis zur Realisierung war es immer noch ein weiter Weg mit vielen Ups & Downs. Bionade hatte keine Sales-Force, kein Geld für Werbung, PR oder Listungen im Markt. Bekanntheit, Distribution und Absatz waren auf einem niedrigen Niveau. Erst nach einem Relaunch im Jahr 2000 begann der Aufwärtstrend, der große Durchbruch gelang 2003. Bereits 2006 hatte Bionade eine führende Marktposition. Was war passiert: Neue Story, neues Etikett, neue Flaschenform, neue Geschmacksvarianten. Die Bionade war als zeitgemäßer Softdrink für alle positioniert, verkörperte Lifestyle und Gesundheit.

Das Produkt selbst sollte der Virus sein, die Kunden sollten durch direkten Produktkontakt per Verkostung überzeugt werden. Es startete die Verbreitung über Messen, Kooperationen, Sponsorings in den Bereichen Kultur, Kinder, Sport, Ernährung und Gesundheit. „Lass die anderen darüber reden!“, lautete die Devise; man setzte also auf die Multiplikation durch Szene und Medien als freiwillige Botschafter der Marke. In wenigen Monaten berichteten alle wichtigen Tageszeitungen, Magazine, Funk und Fernsehen mit Headlines wie „Braumeisters Anti-Cola“, „Zaubertrank aus der Rhön, „Pioniere des Sudkessels“, usw. – eine kostenlose Kampagne im Wert von etlichen Millionen Euro. Ein Beitrag in der Pro-Sieben-Serie Galileo Anfang 2005 führte dann zu einer explosionsartigen Nachfrage. Bei den Kunden entstand ein hohes Maß an Identifikation und Emotion.

Was für eine Innovationsstory, ein gebauter (nicht gekaufter) Erfolg ohne anfängliche Werbemillionen, Werbekostenzuschüsse, Rabatte oder Preisaktionen! Die Macher selbst erklärten: Unsere Erfolgsfaktoren sind das Produkt, die Story, das Marken- und Marketingkonzept! In dieser Reihenfolge. Leider hat Bionade durch spätere Managementfehler an Potenzial verloren, aber immer noch große Verbreitung – ein sagenhaft nachahmenswerter Aufstieg eines Produkts bleibt es jedoch für immer.

Das Beispiel des Erfinders Dieter Leipold zeigt: Rückschläge im Innovationsprozess legen lediglich offen, wo noch etwas besser gemacht werden muss, damit es irgendwann funktioniert.

Das ist auch die Botschaft an meine Coachingkunden, wenn sie in der Umsetzung mal Misserfolge erleben und ins Stocken oder Zögern geraten… keep going. Wer ein super Angebot hat und das Ziel vor Augen, kann nicht scheitern.

Ihr

Siegfried Haider

Speaker – Trainer – Coach – Berater – Autor
Experte für Helium-Marketing, erfolgreiche Positionierung und einfach mehr Umsatz
Damit Sie immer weniger verkaufen müssen und immer öfter gekauft werden!

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