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Ein Award ist eine Folge, kein Ziel!

05. Mai 2011

„Je unschuldiger ein Mädchen ist, desto weniger weiß sie von den Methoden der Verführung. Bevor sie Zeit hat nachzudenken, zieht Begehren sie an, Neugier noch mehr und Gelegenheit macht den Rest…“

Casanova, eig. Giacomo Girolamo Casanova Chevalier de Seingalt
ital. Abenteurer u. Schriftsteller, 1725 – 1798.

 

Wie übersetzt denn ein Marketing-Profi diesen Satz von Casanova? Mir fiel als erstes „Hardselling“ ein. Hauptsache verkaufen mit den ausgefeiltesten Methoden der Verführung. Wer sie nicht kennt, verfällt leichter den Gelegenheiten als andere.

Wozu dieses Beispiel zu einem Blog-Eintrag „Ein Award ist eine Folge, kein Ziel“? Weil ich manchmal den Eindruck habe, daß Experten vorwiegend deshalb so scharf auf Awards und Auszeichnungen sind, um denen, die davon keine Ahnung haben, Eindruck zu machen, Begehren und Neugier zu wecken, um bei der nächsten Gelegenheit zu punkten – mit Awards, nicht mit den wesentlichen Argumenten.

Jeder Einkäufer von Trainern, Beratern oder Referenten, der bei seiner Kaufentscheidung Awards als wichtigen Aspekt mit einbezieht, ist im Sinne Casanovas „unschuldig“ und versteht von den Methoden der Verführung zu wenig. Worauf achten wir bei experts4events bei der Expertenauswahl:

  • Sehr gute Reputation, exzellentes Kunden-/Teilnehmerfeedback (das wir besonders bei Speakern überprüfen) – wir empfehlen www.Trainer-Ranking.com oder www.Speaker-Ranking.com)
  • Sehr gute Expertise (insbesondere bei Speakern: Idealerweise Vita mit einer coolen Story, mit Erfolgen nach dem Auswahl-Motto „Talk your Walk“)
  • Sehr gute Ausbildung im Beruf des Trainers/Speakers oder entsprechende Erfahrung
  • Sehr gute Präsentationsleistung (bei Speakern mit ganz anderen Kriterien als bei Trainern)
  • Konstante, eigene Weiterbildung
  • Sehr gute Positionierung (bei Speakern wichtiger als bei Trainern) mit allen Anforderungen, die Einkäufer an Trainer/Speaker stellen

Dazu lassen wir uns keine Awards zeigen, sondern prüfen harte Fakten wie Testimonials, Lebensstationen, Ausbildungen, die Performance, Weiterbildungen uvm. Und wenn ein Award im Lebenslauf eines Experten steht, überprüfen wir dessen Kriterien und eine verdienstvolle Verleihung sehr genau. Doch am Ende ist für uns als Agentur nicht entscheidend, welche Orden an der Brust kleben, sondern ob ein Experte aufgrund der anderen Kriterien empfehlenswert UND empfehlensfähig ist. Letzteres bedeutet, daß alle Kriterien, die wir als Einkäufer erwarten und sehen wollen, einfach und prüfbar erkennbar sind. Daran scheitert es sehr häufig auch.

Und natürlich: Ein seriöser Award ist in dieser Gemengelage an Prüfungspunkten besser als keiner. Aber aller aller höchstens als i-Tüpfelchen.

Warum also sind Experten trotz der niedrigen Bedeutung in der Akquise so scharf auf diese Awards? Kurze Antwort: Es tut dem Ego gut.

Als die German Speakers Association 2005 startete, haben wir von Beginn an die internationale Auszeichnung der „Speaker Hall of Fame“ auch im deutschsprachigen Bereich eingeführt. Mit den vorgegebenen Krtierien wie bei allen anderen Speaker Associations weltweit. Der Award hat „Fame = Ruhm/Bekanntheit“ im Namen und wird an herausragende Persönlichkeiten vergeben, die in der Summe in folgenden sieben Faktoren überzeugen: Berufserfahrung, Stil, Adressierung, Image, Kommunikation, Professionalität und Marketing-Auftritt.

Aufgrund dieser Definition haben Speaker, die es in die großen Medien geschafft haben oder darüber berühmt und zu Speakern wurden, definitionsgemäß leichter, von den zur Zeit 600 Mitgliedern der GSA gewählt zu werden als andere Experten, die ebenfalls eine Lebensleistung vorzuweisen haben, aber im Vergleich zu den medienprominenten Speakern weniger bekannt sind. Eigentlich klar.

Doch dann sitze ich vor zwei Wochen mit erfolgreichen Speakern an der Hotelbar und höre Sätze wie: „Ich und andere sind doch auch sehr bekannt, machen für die GSA so viel, können aber bei den zahlreichen prominent-erfolgreichen Speakern in der Hall of Fame-Wahl gar nicht zum Zug kommen!“. Ja – solange ein großer Teil der langjährigen tv-prominenten Champions-League-Spieler/-Speaker, die teils auch aufgrund Alter mehr Lebensleistung, Bekanntheit und Erfolg bieten können, nicht in der Speaker Hall of Fame sind, werden es sehr gute Bundesliga-Spieler, auch wenn sie noch so top und auf dem Weg zum Championsleague-Gewinn sind, schwerer haben.

Tipp: Weiter so erfolgreich sein, sich erst die Champions-League als Ziel vornehmen, dann kommt die GSA Speaker Hall of Fame von ganz allein. Dann ist dieser oder jeder andere Award eine Folge der eigenen unbestrittenen Lebensleistung, dann ist die Awardverleihung unumstritten verdient und eine Folge, kein Ziel.

Solche Awards helfen, Auftraggeber zu gewinnen – nicht nur bei den „unschuldigen“ Einkäufern, sondern auch bei den professionellen (allerdings und hoffentlich nur als i-Tüpfelchen-Argument).

Ihr

Siegfried Haider

Speaker – Trainer – Coach – Berater – Autor
Experte für Helium-Marketing, erfolgreiche Positionierung und einfach mehr Umsatz
Damit Sie immer weniger verkaufen müssen und immer öfter gekauft werden!

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